Allgemeines:
Jahrmarkt, Chilbi (CH)
Ein Jahrmarkt ist ein Markt, der im Allgemeinen nur einmal
im Jahr stattfindet.
Pfeilwerfen auf Ballons findet man häufig auf Jahrmärkten
Das Recht, einen Jahrmarkt zu halten, wurde meistens vom Kaiser, König, Grafen oder sonstigen Landesherrn
an einen Ort verliehen, oft im Rahmen des Stadtrechts. Jahrmärkte wurden oft an dem Festtag eines vor Ort
stark verehrten Heiligen gehalten. Auch gab es saison- oder produktbedingte Jahrmärkte, so wie Oster-, Pfingst-,
Fronleichnams- oder Allerheiligenmärkte, Holz-, Pferde-, oder Weinmärkte.
Im Mittelalter gehörten Jahrmärkte zu den wichtigsten Ereignissen in der Gesellschaft: wirtschaftlich
nicht nur, weil Waren verhandelt wurden, sondern auch, weil die Händler oft von weit her kamen, längere
Zeit im Marktort verbrachten und dort Teile ihres Gewinnes in Herbergen, Läden usw. ausgaben.
Auch konnten so Nachrichten aus entfernten Gebieten ausgetauscht werden; ein Jahrmarkt war also auch in sozialer
Hinsicht von größter Bedeutung. Oft wurden auch kirchliche Sonderveranstaltungen gehalten. Zu den Jahrmärkten
reisten oft auch die "Entertainer" des Mittelalters: Tanzbärenleiter, Gaukler, Wahrsager, Quacksalber,
Musikanten, Troubadoure usw. Dadurch war ein Jahrmarkt auch eine Gelegenheit zur Unterhaltung für das ganze
Volk. Letzterer Aspekt herrscht bei den heute noch bestehenden Jahrmärkten vor.
Fastnacht
Das Wort Fastnacht und seine regionalen Abwandlungen (in Mainz
auch Fassenacht, in der Schweiz Fasnacht, in Baden und Schwaben Fasnet, regional auch Fasent, südlich von
Hamburg auch Faslam) werden vor allem in Hessen und Rheinhessen, in der Pfalz, am Mittelrhein sowie in Baden, Schwaben,
dem Saarland, der Schweiz und den westlichen Landesteilen Österreichs (Alpenraum) verwendet. Auch im Rheinland
kommt es als Fastelovend oder Fasteleer vor, wurde dort aber im offiziellen Sprachgebrauch durch das Wort Karneval
abgelöst. Manche nehmen an, es komme vom Althochdeutschen fasta (Fastenzeit) und naht (Nacht, Vorabend) und
bezeichne ursprünglich nur den Tag vor Beginn der Fastenzeit, ab dem 15. Jahrhundert auch die Woche davor.
Manchmal wird der Name auch mit faseln = fabulieren erklärt, was jedoch stark angezweifelt wird. Ältere
Forscher sprechen von den mittelhochdeutschen Wörtern vasen (sich fortpflanzen) bzw. vaselen (gedeihen, fruchten)
und versuchten so, den Ursprung von vorchristlichen Fruchtbarkeitsfesten abzuleiten. Angesichts der Tatsache, dass
die anderen Begriffe Fasching und Karneval keiner derartigen Ableitung standhalten, kann diese These allerdings
als widerlegt gelten.
Vom Fasching spricht man vor allem in Hamburg, Bayern, Franken,Sachsen, Brandenburg, Österreich und auch in
Teilen von Hessen. Das Wort kommt von Vaschanc, was den Ausschank des Fastentrunks bezeichnete.
Karneval
Das Wort Karneval bezieht man in Deutschland in erster Linie
auf den rheinischen Karneval (siehe: Kölner Karneval, Düsseldorfer Karneval, Koblenzer Karneval). Die
Herkunft des Begriffs ist nicht eindeutig geklärt. Herleitungen weisen auf
" mittellat.: carnelevale (-levare) die mit der Fastenzeit bevorstehende "Fleischwegnahme";
" lat.: carne vale der Abschiedsruf "Fleisch lebe wohl".
" Im 19. Jahrhundert wurde der Begriff auch auf das römische, vorchristliche lat. carrus navalis Schiffskarren,
ein Schiff auf Rädern, das bei jährlichen Umzügen zum Wiederbeginn der Schifffahrt durch die Straßen
geführt wurde, zurückgeführt. Hieraus soll sich die Tradition des Narrenschiffs gebildet haben.
Jedoch ergaben Forschungen, dass das Wort carrus navalis im klassischen Latein nicht existierte.
Karnevaleske Strukturen des Maskierens, Verkleidens und ritualisierter Ausgelassenheit lassen sich in allen Kulturen
finden. Eine ganz eigenständige, bemerkenswerte Vitalität entwickelte der Karneval in Lateinamerika.
Weltweit wird der Karneval sehr unterschiedlich gefeiert. Bekannt sind u. a. der Karneval in Rio und der Karneval
in Venedig. Auch in den Südstaaten der USA gibt es eine ausgeprägte Karnevalstradition. Man verwendet
hier die französische Bezeichnung Mardi Gras (Fetter Dienstag, Fastnachtsdienstag).
Guggenmusik
Guggenmusik in Basel
Die Guggenmusik kommt ursprünglich aus dem alemannischen
Raum (Schweiz/ Süddeutschland) und wird auch "Guggemoseg", "Guggemusig" oder "Chatzemusig"
genannt. Es handelt sich um eine stark rhythmisch unterlegte, auf ihre eigene, sehr spezifische Art "falsch"
gespielte Blasmusik. Meistens wird sehr gekonnt knapp neben der Melodie hergespielt, das heißt man erkennt
die Melodie durchaus, aber sie klingt ziemlich schräg. Dabei wird sie von einer ebenfalls sehr guten Rhythmussektion
dominiert und vorangetrieben. So entsteht eine wilde, mitreißende Musik, gut tanzbar und hervorragend geeignet
für spontane Platz- und Straßenkonzerte während der "wilden Tage". Die Musiker sind zudem
alle verkleidet und maskiert.
Der Begriff leitet sich vermutlich her von "Gugge", was im Alemannischen für Tüte steht. Im
Schweizerdeutsch steht der Begriff "Gugge" für alle Arten von Blechblasinstrumenten. Eine "Guggemusig"
ist also eine Gruppe von Leuten, die zusammen musiziert, während sie einfache Masken (damals Tüten) trugen.
Ihren Ursprung hat die Musik im Brauch, die Wintergeister mit dem Blasen von Kuhhörnern auszutreiben. Erstmals
erwähnt wurde sie im 16. Jahrhundert, als man zur "Karnevalszeit" mit Rasseln, Blecheimern, Trommeln,
Kuhglocken oder Pfeifen umherzog, um die Geister des Winters zu vertreiben. Die Musik sollte entsprechend schräg
sein, laut und jämmerlich. Damals schon wurden Masken und Kostüme verwendet: Tücher und alte Lumpen
sowie eine Menge Fantasie nahm man um sich zu verkleiden und die Geister zu verschrecken.
Als im Jahre 1874 erstmals eine Blaskapelle zum Morgestraich in Basel mitmarschierte, wurden zunächst heftige
Proteste laut, zehn Jahre später wurde es aber polizeilich erlaubt.
1934 erlebten die Guggemusiken ihren großen Aufschwung und zogen am nicht genutzten Fasnachtdienstag (der
nun als spezieller Guggetag gilt) in großer Zahl durch Basel "mit schmetterndem Getöse", "bäumig
schränzend" und "vorüber rasselnd".
In den 50er Jahren schwappte das Guggefieber dann nach Süddeutschland, Italien und Österreich über.
Heute gibt es viele Arten von Guggemusik, von schräg bis zur Big Band Gugge, die in der Fasnacht die Leute
begeistern. Oft werden Volks- und Kinderlieder sowie bekannte Popsongs gespielt.
HALLOWEEN
Als Halloween wird die Nacht vom 31. Oktober zum Allerheiligenfest
am 1. November bezeichnet, die vor allem in Irland und Nordamerika traditionell gefeiert wird.Da es mit Allerheiligen
verbunden war, wurde Halloween früher nur in katholisch gebliebenen Gebieten der britischen Inseln gefeiert,
vor allem in Irland. Von dort kam es mit den vielen irischen Auswanderern in die USA und gehörte dort zur
Folklore dieser Volksgruppe. Allerdings wurde es aufgrund seiner Attraktivität bald auch von den Kindern anderer
Einwanderer übernommen und entwickelte sich zu einem wichtigen Volksfest in den USA, vor allem in den überwiegend
von Weißen besiedelten Gebieten.
Aus den USA kam der Brauch des Halloweenfestes dann - stark kommerzialisiert und vielfach verändert - zurück
nach Europa.
Halloween gilt in manchen heutigen Hexenkulten als ein wichtiger, weil angeblich zauberkräftiger Feiertag.
Mit der wachsenden Popularität des Festes ist daher in den letzten Jahren die Kritik von seiten einiger christlicher
Kirchen lauter geworden - insbesondere evangelikale Christen in den USA distanzieren sich sehr scharf von Halloween.
Wiederholt wurde darauf hingewiesen, dass mit dem Fest Missbrauch durch satanistische Vereinigungen getrieben werden
könne und werde. Allerdings hat sich der Ruf Halloweens, eine Nacht zu sein, in der Geister, Hexen und Feen
besonders aktiv sind, erst im Zuge der europäischen Romantik des 19. Jahrhunderts und verstärkt im 20.
Jahrhundert entwickelt.
Teilweise wird befürchtet, dass Halloween heimische Traditionsfeste verdrängt. Andererseits wird Halloween,
durch eine wachsende Zahl von Anhängern als vorgezogener Beginn von Karneval, Fastnacht und Fasching angesehen.
SILVESTER
Als der Silvester (der Waldbewohner, vom lateinischen silva
- Wald) wird im westlichen Sprachraum der letzte Tag des Jahres im gregorianischen Kalender bezeichnet, der 31.
Dezember. Auf Silvester folgt der Neujahrstag, der 1. Januar des Folgejahres.
Die Schreibweise "Sylvester" für das Fest ist - obwohl weit verbreitet - falsch. Sie tritt, auch
nach neuer Rechtschreibung im Duden, lediglich als eine Nebenform für Silvester als Personenname auf (z. B.
Sylvester Stallone oder Sylvester und Tweety). Da die Bezeichnung des letzten Jahrestages im gregorianischen Kalender
auf Papst Silvester I. zurückgeht, bezieht sie sich auf diesen und ist somit als Eigenname anzusehen.
Die Assoziation des Jahresendes mit dem Namen Silvester geht auf das Jahr 1582 zurück. Zu diesem Zeitpunkt
wurde durch die Gregorianische Kalenderreform der letzte Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember verlegt,
den Todestag des Papstes Silvester I. († 31. Dezember 335). Der Liturgische Kalender führt diesen Tag seit
813 auch als dessen Namenstag. Bis zur Kalenderreform feierte man an diesem Tag die jüdische Beschneidung
Jesu. In einigen Gegenden wird dieser Tag, quasi als Gegenstück zum folgenden Neujahrstag, auch Altjahr oder
das Alte Jahr genannt.
Brauchtum
Silvester-Feuerwerk
Im deutschsprachigen Raum wird das Jahr oft mit Feuerwerk,
Böllern, Orakel (Bleigießen) oder Mitternachtsgottesdiensten beendet. Oft wird auch Glücksklee
Oxalis verschenkt. Während das Feuerwerk früher dazu diente, "böse Geister" zu vertreiben,
ist es heute ein Ausdruck von Vorfreude auf das neue Jahr. Bei privaten Silvesterpartys ist Bleigießen weit
verbreitet, bei öffentlichen und privaten das Öffnen einer Flasche Sekt zum Jahreswechsel.
In einigen Gebieten Schleswig-Holsteins ist es Brauch, dass sich am Silvesterabend die Kinder verkleiden und Rummelpott
laufen. Es werden dazu überlieferte plattdeutsche Rummelpottlieder wie Fru mok de Dör op vor den Haustüren
der Nachbarschaft gesungen. Das traditionell dazu verwendete Instrument, der Rummelpott oder auch Brummtopf genannt,
ein Topf, der mit einer Schweinsblase überspannt war und quäkende Klänge durch Reiben am Schilfrohr
in dessen Mitte erzeugte, ist inzwischen sehr selten geworden. Die Kinder bekommen an der Haustür Süßigkeiten
und Geld. Ursprung ist ein germanischer Brauch - es geht darum, die Geister zu vertreiben.
In den letzten Jahren wurde immer wieder dazu aufgerufen, auf das Feuerwerk zu verzichten, und das Geld statt dessen
für einen wohltätigen Zweck zu spenden. Der bekannteste Aufruf war "Brot statt Böller"
bzw. 2004: "Reis statt Böller". Ende Dezember 2004 rief wegen der Flutkatastrophe die deutsche Bundesregierung
dazu auf, lieber Geld für die Hilfsorganisationen zu spenden, als es für Feuerwerk auszugeben.
In den meisten anderen europäischen Ländern ist Silvester dagegen wesentlich stiller, z. B. werden in
Norwegen nur Raketen gezündet.
Der weltweit erste Jahreswechsel nach dem gregorianischen Kalender findet seit 2001 auf Caroline Island (Line Islands/Kiribati)
statt.
Quelle: Wickipedia
|